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Freiberuflichkeit

Mehr als nur die Frage, ob angestellt oder selbständig

Bewertung: 2.5

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Was ist so besonders an der ärztlichen Freiberuflichkeit?
Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Die ärztliche Freiberuflichkeit ist insofern ein hohes Gut, weil sie eigentlich garantiert, dass der Arzt Entscheidungen frei von äußeren Sachzwängen im Sinne der Versorgung seines Patienten treffen kann.


Ist die Freiberuflichkeit in Gefahr?


Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:

"Und insofern sehen wir natürlich die Freiberuflichkeit etwas gefährdet, wenn es Veränderungen hin zu einem eher gelenkten System gibt, weil die individuelle Therapieentscheidung dann durchaus stark eingeschränkt werden kann. Sei es, dass gewisse Rahmenbedingungen anders gesteckt werden oder auch dass Kollegen nur noch in Strukturen arbeiten, die äußeren Zwängen und beispielsweise auch durchaus gewissen Er-wartungen im Extremfall am Aktienmarkt mit Share-Holder-Value entsprechen müssen. Wo-bei ganz klar ist – und das muss man an der Stelle auch betonen – die Freiberuflichkeit defi-niert sich jetzt nicht dadurch, ob jemand in seiner eigenen Praxis tätig ist oder als angestellter Arzt irgendwo arbeitet. Das an sich schränkt die Freiberuflichkeit natürlich noch nicht ein, da sich die Freiberuflichkeit über die Berufsausübung an sich definiert und nicht über die Art des Anstellungsverhältnisses. Aber wenn wir natürlich nur noch angestellte Strukturen haben, dann kann man sich schon vorstellen, dass hier möglicherweise Einflussnahmen stattfinden, die in einem so heterogenen System mit vielen individuell tätigen Kolleginnen und Kollegen nicht der Fall sind.“


Geht die größte Gefahr vom VSG aus?

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Ich würde schon sagen, dass durch eine solche Trendwende, die ein Gesetz in der Form durchaus vollziehen kann, die sich natürlich über längere Zeiträume vollzieht, die Freiberuflichkeit perspektivisch geschmälert wird. So muss man auch ganz klar herausstellen und mit verabschieden, dass sich durch solche Gesetze sich ja nicht am nächsten Tag die Versorgungslandschaft ändert, es sind auch nicht am nächsten Tag 25.000 Praxen vom Netz, aber die Richtschnur ist eben anders gelegt und dieser Trend wird dann sukzessive zu diesen Veränderungen führen. Und dann sehe ich in der Tat in der Folge auch die freiberufliche Ausübung des ärztlichen Berufs zumindest eingeschränkt.“


Wie setzt sich die KBV für den Erhalt der Freiberuflichkeit ein?
Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Wir werden genau diese Punkte eben herausstellen, die aus unserer Sicht Freiberuflichkeit gefährden können und die betonen, die aus unserer Sicht die Freiberuflichkeit eher stärken können.“


Und welche sind das im Einzelnen?
Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Wir sehen schon eine gewisse Stärkung der Freiberuflichkeit dadurch, dass man die Möglichkeit der Inhabergeführten Praxis erhält und auch ehrlicherweise als Goldstandard der Versorgung vor Ort unverändert belässt. Und ich sehe – wie bereits ausgeführt – eine Gefährdung der Freiberuflichkeit, wenn man Ärzte zunehmend in Großstrukturen überführt, wo doch eher hierarchische Strukturen vorherrschen.“

18.03.2015

Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sorgen sich um die Zukunft ihrer Freiberuflichkeit. Dabei geht es nicht um die Frage, ob sie selbständig in eigener Praxis tätig sind oder fest angestellt. Es steckt weit mehr hinter dem Gebot der Freiberuflichkeit, für dessen Erhalt sich gerade auch der niedergelassene Orthopäde und KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Gassen einsetzt.