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Das wird 2017 in Sachen E-Health passieren

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Die Telematikinfrastruktur ist da! Oder?


Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Den Nutzern muss man sagen, die Testregionen laufen und nach meinem Kenntnisstand funktioniert es auch technisch. Insofern haben wir offensichtlich stabile Anwendungen und aus meiner Sicht ist im Moment alles auf Kurs.“

Ist denn für den Start alles vorbereitet?

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Viele Beschlüsse sind bereits gefasst und bei manchen sind wir noch in den Verhandlungen. Es geht unter anderem um die Finanzierung. Wir wollen natürlich sicherstellen, dass die Vertragsärzte hier nicht belastet werden. Ich glaube, da sind wir auf einem guten Weg und werden denke ich rechtzeitig hier die entsprechenden Beschlüsse fassen können, so dass noch mal klar zu dokumentieren ist, die Selbstverwaltung ist im Bereich der telematischen Infrastruktur keinesfalls Bremser, sondern wir arbeiten konstruktiv die Punkte ab.„

Muss die KBV mit Sanktionen rechnen?

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Wie ich ja bereits gesagt habe, sind wir gut im Zeitplan, so dass ich davon ausgehe, dass keine Sanktionen greifen. Verzögerungen, die sich jetzt noch ergeben, sind in der Tat nicht in unserem Verantwortungsbereich alloziert, sondern sind dann im Zweifel durch die Industrie zu verantworten. Ich glaube, das weiß auch die Politik. Von daher bin ich an dem Punkt optimistisch. Wir arbeiten konstruktiv und konzentriert, so dass ich glaube, dass Sanktionen nicht greifen werden.“

Was kommt auf die Vertragsärzte und -psychotherapeuten zu?

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Insgesamt muss man sagen, dass sich natürlich perspektivisch nicht nur in 2017, sondern auch in den Folgejahren zunehmend digitalisierte Bereiche in der Medizin breitmachen werden. Das ist ja durchaus auch sinnvoll und hier wollen wir auch unterstützend arbeiten. Wichtig ist für uns immer, es muss eine Sinnhaftigkeit da sein, es muss die Versorgung verbessern und es darf die Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten nicht über Gebühr belasten oder gar in ihrer Arbeitsleistung behindern. Insofern gibt es einige Neuerungen im kommenden Jahr. Das ist unter anderem die Option des Telekonsils oder die Möglichkeit der Videosprechstunde. Wichtig an der Stelle: Das sind Möglichkeiten, das sind keine verpflichtenden Angebote und sicherlich wird es so sein, dass eine Videosprechstunde nur in ausgewählten Fällen sinnvoll ist. Dann kann sie aber angeboten werden. Insofern gibt es hier eine Erweiterung des Spektrums. Der eArztbrief ist von uns bereits implementiert worden, hier haben wir unsere Richtlinienkompetenz auch umgesetzt und auch der eArztbrief ist somit bereits in der Versorgung angekommen.“

Wie sieht es mit dem Medikationsplan aus?
Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Na gut, der Medikationsplan ist vom Gesetzgeber gewünscht. Er kann ja durchaus auch Patientennutzen entwickeln. Wir haben ein Problem bei der Finanzierung des Medikationsplans, das ist unstrittig. Hier werden wir auch versuchen, weiter an der Vergütung zu verhandeln. Ganz wichtig ist uns natürlich ein Aspekt, der Medikationsplan, der ab 1.4. dann in der verbindlichen Form existent ist, bringt Neuerungen in der Praxis-EDV mit sich und wir müssen hier sicherlich peinlichst darauf achten, dass wir hier kein Konjunkturprogramm für Praxisverwaltungssoftwarehersteller entwickeln, das mit hohen Gebühren für die Vertragsärzte einhergeht, denn der Medikationsplan ist ohnehin schon sparsam finanziert. Hier ist es nicht möglich, dass Ärzte diese durchaus sinnvolle Einrichtung des Medikationsplans auch noch zusätzlich mit hohen Softwaregebühren bezahlen müssen. Hier ist glaube ich auch der Gesetzgeber gefragt, dass er hier auch ein waches Auge darauf hat, wenn gesetzliche Änderungen in dieser Richtung gewünscht werden, dann wäre zu überlegen, ob man nicht hier dem KV-System – oder der KBV an der Stelle – die Option eröffnet, hier für die Vertragsärzte auch Softwarelösungen zur Verfügung zu stellen, um eine schnelle Umsetzung solcher durchaus sinnvoller Instrumente in der Patientenversorgung zu gewährleisten, ohne unbotmäßige Belastungen für die Praxen hervorzurufen.“

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