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Neue Psychotherapie-Richtlinie

Psychotherapeutische Sprechstunde und mehr

Bewertung: 3.8

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Die Psychotherapie wird flexibler, ab April 2017 – gibt es neue Versorgungselemente.
Drei davon sind: besser erreichbare Praxen – auch mit Sprechstunden; Akutbehandlungen; und geförderte Gruppentherapien.


Patienten haben zukünftig Anspruch auf Psychotherapeutische Sprechstunden – als ersten Schritt in die Psychotherapie. Therapeuten können wählen, wie sie die Sprechstunde organisieren: als offene Sprechstunde oder als Bestellsprechstunde.


In der Regel sollen Psychotherapeuten bei vollem Versorgungsauftrag 100 Minuten pro Woche für Sprechstunden bereitstellen; bei hälftigem Versorgungsauftrag halb so viel, also 50 Minuten.


Und auch zur Terminkoordination müssen die Praxen telefonisch erreichbar sein: bei vollem Versorgungsauftrag 200 Minuten in der Woche.


Die Sprechstunde ist ab dem 1. April 2018 auch grundsätzlich Voraussetzung für eine Akutbehandlung oder eine Probatorik, und damit auch für eine Kurz- oder Langzeittherapie.

Bis zum 1. April 2018 gilt eine Übergangsregelung: Patienten können auch ohne Sprechstunde direkt eine Therapie beginnen.

Die Akutbehandlung ist neu in der Richtlinie; für – wie der Name schon sagt – akute Krisen. Oder um den Patienten so zu stabilisieren, dass er an einer Psychotherapie teilnehmen kann oder bereit ist für andere ambulante, teilstationäre oder stationäre Maßnahmen.

Bis zu zwölf Stunden Akutbehandlung sind möglich.

Wichtig: Der Therapeut muss die Akutbehandlung lediglich bei der zuständigen Krankenkasse anzeigen.

Dies gilt auch, wenn bei einer Kurzzeittherapie bereits bewilligte Stunden umgewandelt werden sollen, etwa von einer Einzel- zu einer Gruppentherapie.


Außerdem, für eine gemeinsame Therapie gelten nun grundsätzlich mindestens drei Personen als Gruppe.


Erreichbarkeit, Akutbehandlung und Gruppentherapie bieten nun also neue Möglichkeiten.

Dabei sind noch drei weitere Aspekte wichtig:

Die Kontingentschritte bieten mehr Flexibilität;

Es gibt die Möglichkeit, Stunden umzuwandeln: für eine Rezidivprophylaxe;

und das Antragsverfahren wird insgesamt einfacher.

Beispielsweise fällt bei Kurzzeittherapien die Gutachterpflicht grundsätzlich weg.


Alle Details aus der neuen Richtlinie finden Sie zum Nachlesen auf kbv.de

15.12.2016

Sie soll die Wartezeiten beim Psychotherapeuten deutlich verkürzen: die neue Richtlinie - mit mehr Flexibilität für die Praxen. Beispielsweise bei den Kontingentschritten. Zudem wird die Gruppentherapie aufgewertet und die Psychotherapeutische Sprechstunde eingeführt. Einen ersten Überblick über die wesentlichen Änderungen bietet dieses Video.