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Bundeseinheitlicher Medikationsplan wird Pflicht

Ab 1. April ist die Übergangszeit vorbei

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Was müssen Ärzte jetzt wissen?
O-Ton Dr. Stefan Schwenzer, Abteilung Arzneimittel (KBV):
„Jetzt sollten sie zunächst mal wissen, dass zum 1.4. die Übergangsfrist abläuft. Das heißt, ab 1.4. ist dann der BMP verpflichtend einzusetzen. Alle Softwaresysteme müssen dann auch ein Medikationsplanmodul anbieten.“

Warum jetzt nur noch einheitlich?
O-Ton Dr. Stefan Schwenzer, Abteilung Arzneimittel (KBV):
„Ja, der Gesetzgeber hat es ja im Sozialgesetzbuch festgeschrieben, dass ein einheitlicher, standardisierter Plan verwendet werden soll. Das hat auch eine längere Geschichte, man hat doch erkannt, dass durch die unterschiedliche Qualität der im Markt befindlichen Pläne einfach Probleme entstanden sind. Es gab da eine längere Vorlaufzeit im Aktionsplan Arzneimitteltherapiesicherheit, wo das BMG sich zusammen mit anderen Akteuren Gedanken darüber gemacht hat, wie so ein Plan aussehen kann. Das Ergebnis liegt eben vor, in der Umsetzung des BMP jetzt. Beteiligt waren daran neben den Ärzten und Apothekern zum Beispiel auch Patientenverbände, auf deren ausdrücklichen Wunsch zum Beispiel solche Sachen wie der Behandlungsgrund dann auch aufgenommen worden sind, weil das eine wichtige Information für die Patienten ist.“

Ist der BMP für alle Ärzte verpflichtend?
O-Ton Dr. Stefan Schwenzer, Abteilung Arzneimittel (KBV):
„Zunächst wird es vor allen Dingen die Hausärzte betreffen. Also der Patient hat ja Anspruch auf den Plan, auf Erstellung des Plans gegenüber seinem hauptsächlich betreuenden Arzt. Das ist in der Regel der Hausarzt, nur in ganz seltenen Fällen wird es auch mal ein Facharzt sein, wenn der Patient zum Beispiel überwiegend nephrologisch behandelt wird.“

Können sich also die Fachärzte erst einmal zurücklehnen?
O-Ton Dr. Stefan Schwenzer, Abteilung Arzneimittel (KBV):
„Sie können sich für den Moment ein wenig zurücklehnen. Wir empfehlen aber doch auch schon als Facharzt, sich mit dem Thema Medikationsplan etwas auseinanderzusetzen. Wenn man häufig Pläne aktualisiert, ist es sicherlich auch hilfreich, den elektronisch unterstützt zu aktualisieren. Spätestens dann, wenn der Plan verpflichtend auf die elektronische Gesundheitskarte kommt, müssen auch Fachärzte den Plan aktualisieren können.“

Worauf müssen Ärzte bei der Software achten?
O-Ton Dr. Stefan Schwenzer, Abteilung Arzneimittel (KBV):
„Ärzte sollten insbesondere darauf achten, dass die Software in der Lage ist, auf die vorhandene Medikationsdokumentation zurückzugreifen. Das heißt, bereits im System gespeicherte Verordnungen müssen übernehmbar sein für den Ausdruck des Medikationsplans. Dabei sollte idealerweise auch die Dosierung, sofern sie denn schon im System hinterlegt ist, auch übernommen werden. Des Weiteren sollten Ärzte darauf achten, dass sie den Medikationsplan dann auch bearbeiten können. Das heißt, es muss die Möglichkeit geben, Freitexte wie zum Beispiel den Behandlungsgrund hinzuzufügen. Es sollte die Möglichkeit geben, die Reihenfolge der Medikationseinträge zu verändern, so wie es für den Patienten am besten geeignet ist. Und auch bei Bedarf zum Beispiel gliedernde Zwischenüberschriften einzufügen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass natürlich auch im Rahmen der Rezeptschreibung das Erzeugen eines Medikationsplans möglich sein sollte, aber er muss eben auch unabhängig von der Rezeptschreibung genutzt werden können. Letztlich ist es dann noch wichtig, dass eine Kopie des ausgedruckten Plans im System gespeichert wird, zu Dokumentationszwecken. Damit man immer den Stand auch dann unveränderbar im System hinterlegt hat, den man dem Patienten ausgehändigt hat. Unterm Strich kann man sagen, es müssen eben alle Anforderungen der Spezifikation erfüllt sein, die KBV, Bundesärztekammer und Deutscher Apothekerverband erarbeitet haben.“

Was, wenn etwas davon fehlt?
O-Ton Dr. Stefan Schwenzer, Abteilung Arzneimittel (KBV):
„Sofern ihre Software einige der eben genannten Punkte nicht erfüllt, also sofern der Arzt Probleme hat mit dem was er dort sieht, muss er sich natürlich als allererstes an den Hersteller wenden. Wenn er aber dort keine Lösung bekommt, dann ist es sinnvoll sich an die regionale KV zu wenden oder direkt an die KBV und mit einer möglichst genauen Beschreibung des Problems und einer genauen Beschreibung der Softwareversion, die er verwendet, den Fehler zu melden. Dann können wir dem nachgehen und eventuell im Rahmen der von uns durchzuführenden Zertifizierung bei dem Hersteller dann Nachbesserung verlangen.“

Wie geht es jetzt weiter?
O-Ton Dr. Stefan Schwenzer, Abteilung Arzneimittel (KBV):
„Der Medikationsplan wird natürlich weiterentwickelt. Der Gesetzgeber hat ja die Fortschreibung auch ins Gesetz geschrieben, wir arbeiten derzeit daran. Aber auch damit wird es nicht abgeschlossen sein, sondern das wird ein kontinuierlicher Weiterentwicklungsprozess sein. Zum einen ist es ja so, dass der Medikationsplan in absehbarer Zeit auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden soll. Das ist dann übrigens auch der Zeitpunkt, zu dem Fachärzte aber auch Apotheker dann in der Lage sein müssen, den Medikationsplan auch elektronisch zu aktualisieren. Zum anderen wird es auch so sein, dass natürlich das Layout des vorhandenen Medikationsplans noch weiter optimiert wird. Wir haben uns als KBV insbesondere dafür eingesetzt, dass eine Maßnahme in den Aktionsplan Arzneimitteltherapiesicherheit geschrieben wird, in der eben eine Überprüfung des Layouts durch entsprechende Profis nochmal vorgesehen ist und eine Weiterentwicklung des Medikationsplans auch zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem deutschen Verband der Blinden und Sehbehinderten, sodass man eben hier den Plan nochmal optimiert um ihn auch speziellen Patientengruppen besser verfügbar zu machen.“

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