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Kongress zur Sicherstellung

Zukunftsprojekte der ambulanten Versorgung

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Wie sichern wir rund um die Uhr die Notfallversorgung?

Wie bekommen wir ärztlichen Nachwuchs in die entlegensten Orte?

Und wie gestalten wir die Weiterbildung?

Fragen, die der Sicherstellungskongress der KBV beantwortete - und zwar mit Fachseminaren, Messeständen und Diskussionen.

Begehrter Gast war beispielsweise Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Zusammen mit Dr. Andreas Gassen, dem Vorstandsvorsitzenden der KBV, diskutierte er über die Rolle der ambulanten Versorgung.

Im Anschluss schauten sie sich gemeinsam Beispiele aus der Praxis an.

Insgesamt präsentierten rund 30 Projekte ihre Lösungen zur Sicherstellung in ihrer Region.

So auch die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein.

O-Ton Bianca Hartz:
„..Das Besondere an der kommunalen Eigeneinrichtung Büsum ist natürlich, dass die Ärzte bei der Gemeinde angestellt sind. Das heißt, sie haben sich alle anstellen lassen, die älteren Ärzte die dort mitgemacht haben und das Schöne für uns und für alle natürlich ist, dass inzwischen auch Nachbesetzungen stattgefunden haben. Wir hatten fünf Ärzte, Hausärzte in Büsum, als das Projekt angefangen hat und vier sind in die kommunale Eigeneinrichtung gegangen, zwei sind inzwischen schon ersetzt worden. Wir haben das Durchschnittsalter von ursprünglich mal 63 auf 53 gesenkt. 53 jetzt in der kommunalen Eigeneinrichtung. Wir haben dort Weiterbildungsassistenten, einer steigt jetzt wieder ein, ersetzt einen abgebenden Arzt. Wir haben Spontanbewerbungen aus dem ganzen Bundesgebiet, es interessieren sich Bürgermeister, auch aus dem ganzen Bundesgebiet, für diese Einrichtung und für uns war einfach der Erfolg zu sehen, dass die Schaffung von Anstellungsmöglichkeiten und von Teilzeitarbeitsmöglichkeiten von einer kooperativen Berufsausübung offensichtlich das ist, was die „jungen Ärzte“ heute suchen und haben wollen.“

Andere widmen sich vor allem der Weiterbildung…

O-Ton Folkert Fehr:
„Also es geht im Wesentlichen um ein Instrument für ÄrztInnen in Weiterbildung und Weiterbilder, die uns ermöglichen, die Aufgaben die wir in der allgemeinpädiatrischen Grundversorgung haben, auch in die Weiterbildung reinzuziehen. Dass also Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung nicht nur lernen, ultrakleine Frühgeborene zu reanimieren, sondern das zu tun, was in der Grundversorgung nötig ist. Vorsorgen, Schutzimpfung, longitudinale Begleitung von Kindern, Sozialpädiatrie, Sozialraumvernetzung mit Trägern des Bildungs- und des Sozialhilfesystems. Ich denke, dass die Bedeutung, die die allgemeine Pädiatrie für die Grundversorgung hat, wenn sie die Bedeutung auch in die Weiterbildung bringen könnte, dann wäre ja die Grundversorgung gesichert, weil nämlich Menschen aus der Weiterbildung rauskämen, die Kinder, Jugendliche und ihre Familien vor Ort, wohnortnah, niederschwellig, breit versorgen könnten. Dann kämen keine neonatologischen Subspezialisten aus der Weiterbildung, die sich dann niederlassen und mit Akne, Neurodermitis und Jugendlichen zu kämpfen haben, die hunderttausend Mal schwerer sind als die Patienten, die sie bisher schwerpunktmäßig betreut haben, sondern werden kompetent, die Probleme der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien in der Weiterbildung auch direkt zu adressieren.“

Wichtig für die Nachwuchsgewinnung ist auch das Thema Bereitschaftsdienst.

O-Ton Kerstin Schubert:
„Wir haben festgestellt, dass die Dienstbelastungen unserer Ärzte recht unterschiedlich sind, dass die Regionen ganz unterschiedlich ausgebildet sind, und in dem Zusammenhang haben wir auch gemerkt, dass wir viele unserer Arztsitze nicht nachbesetzen können, insbesondere in den ländlichen Regionen, und haben einfach geguckt, woran liegt das. Wir machen es, ich sage jetzt mal lukrativer, die jungen Ärzte haben heutzutage einfach andere Dinge im Fokus. Das ist nicht mehr nur ihr Honorar, sondern es ist Freizeit, die sie mit ihrer Familie verbringen und so weiter und ich sage mal, es ist ein Unterschied, ob ich in einer ländlichen Region 50 Dienste im Jahr habe oder sieben Dienste.“

Um die Nachwuchsgewinnung drehte sich auch alles beim zweiten Diskussionstermin.

Der KBV-Vorstandsvize Dr. Stephan Hofmeister stellte sich mit anderen Vertretern des Gesundheitswesens eine Frage:

Wer versorgt uns im Jahr 2030?

Einige Antworten darauf bot der Sicherstellungskongress – weitere sollen in Zukunft folgen.

17.07.2017

Innovative Projekte der gesundheitlichen Versorgung präsentierten sich beim Sicherstellungskongress der KBV in Berlin. Im Rahmen der Woche der ambulanten Versorgung kamen an zwei Tagen KVen und andere Vertreter des Gesundheitswesen zusammen, um sich über drängende Probleme der medizinischen Versorgung der Zukunft auszutauschen.


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Zu viele Krankenhausbetten in zu vielen Krankenhäusern, dennoch Unterversorgung vor allem in ländlichen Regionen.

06.07.2017  |  Länge: 4:36 min  |  KBV