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Gesundheitskompetenz

Zu viel und doch nicht genug

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Eine Medizin auf Augenhöhe. Das wünschen sich im Grunde alle. Doch dafür brauchen auch die Patienten Gesundheitswissen: für eine gesunde Lebensweise und um sich bei Krankheit richtig entscheiden zu können. Nicht einmal die Hälfte der Menschen in Deutschland ist dazu in der Lage. Viel zu wenige also.
Und das, obwohl es viel zu viele Informationen gibt – von zu vielen.



O-Ton Dr. Stephan Hofmeister, stellv. Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Das Problem ist die Überinformation. Der Bürger ist zum einen nur noch sehr wenig informiert über seine tatsächliche Gesundheit. Also über bestimmte Umstände, die früher die Oma zu Hause wusste - "bei 37,5 brauche ich noch keinen Arzt". Da ist sehr viel Kenntnis verloren gegangen. Gleichzeitig kriege ich überall immer Informationen. Und wenn ich google, dann kommt immer raus, dass ich was ganz Schreckliches habe. Das versetzt mich in Angst und dann brauche ich wiederum medizinische Hilfe, die mir diese Angst nimmt. Und in diesem Dilemma stecken wir zurzeit. Und unsere Bemühung muss also sein, einerseits den Bürger wirklich zu befähigen, mehr über sich zu wissen, qualifiziert zu wissen. Und andererseits die Information zu qualifizieren, so dass man weiß, wo man nachguckt und weiß, dass die Information dann auch verlässlich ist."


Deshalb hat sich die KBV der Allianz für Gesundheitskompetenz angeschlossen – zusammen mit 14 anderen Akteuren des deutschen Gesundheitswesens.


O-Ton Dr. Stephan Hofmeister, stellv. Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Die KBV hat mehrere konkrete Projekte. Zum einen gibt es die jährliche Versichertenbefragung. In der Versichertenbefragung wird diesmal sehr präzise abgefragt, was denn eigentlich an Gesundheitskompetenz vorhanden ist, und was sich der Bürger darunter vorstellt und was er sich wünschen würde. Das ist ein Projekt. Ein anderes Projekt ist die Befähigung von Ärzten bei der Gesundheitskompetenz, bei der Vermittlung. Ein drittes konkretes Projekt ist die Tagung im September. Eine Fachtagung zum Thema Gesundheitskompetenz, die hier im Hause stattfindet wird, auch mit einer ganzen Reihe von Akteuren."


Für die KBV kein ganz neues Feld: Seit Jahren schon engagiert sie sich aktiv und bietet qualitätsgeprüfte Gesundheitsinformationen fürs Wartezimmer – und darüber hinaus. Etwa in der BundesArztsuche-App. Dort finden Patienten nicht nur Praxen, sondern auch Meldungen rund um Vorsorge und Therapien.
Außerdem hat die KBV vor mehr als zwanzig Jahren das ÄZQ gegründet – das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin; gemeinsam mit der Bundesärztekammer. Ein gemeinsames Kompetenzzentrum – auch für Patientinnen und Patienten.


O-Ton Dr. Stephan Hofmeister, stellv. Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Also ein bunter Strauß schon jetzt von qualifizierten Informationen, die durch die KBV zur Verfügung gestellt werden."


Informieren will die KBV auch noch stärker über die 116117: die bundesweite und kostenlose Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes außerhalb der Praxis-Sprechzeiten. Gemeinsam mit allen Kassenärztlichen Vereinigungen auf Landesebene.


O-Ton Dr. Stephan Hofmeister, stellv. Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Im Bereich der Notfallversorgung soll eine Konsolidierung stattfinden. Das heißt, wir wollen eine möglichst einheitliche Darstellung bundesweit der 116117. Und einer dazu gehörigen App und Homepage, so dass der Bürger in jedem Fall überall weiß - über das gleichförmige Frontend sozusagen - dort gibt es ärztliche Hilfe, Unterstützung, Beratung, über Telefon, über entsprechende Triage-Systeme. Und das für den Bürger möglichst einfach gemacht. So dass, wenn der Bedarf entsteht, er direkt gedeckt werden kann."


Für mehr Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung steht also noch viel Arbeit an.


O-Ton Dr. Stephan Hofmeister, stellv. Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Wenn ich frei wählen dürfte, würde ich vorschlagen, dass in den Schulen schon, am besten in den Vorschulen und Kindergärten und Grundschulen und auch im späteren Verlauf wirklich über den Körper, die Gesundheit, über Zusammenhänge gesprochen wird. Und später auch Dinge wie Erste Hilfe oder Herz-Lungen-Wiederbelebung unterrichtet werden, ein bis zweimal im Jahr."

03.08.2017

Noch nie waren so viele Informationen über Gesundheit allgemein sowie über Krankheiten und Therapien im Besonderen verfügbar wie heutzutage. Das Internet bietet zu allen Suchbegriffen Antworten. Zu viele und zugleich nicht genug: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe fordert mehr verständliche Gesundheitsinformationen für mehr Durchblick im Dickicht der Informationsflut und hat dafür die Allianz für Gesundheitskompetenz geschlossen – unter anderem mit der KBV.


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