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Ambulante Versorgung im Fokus

Was man aus der Versichertenbefragung 2017 lernen kann

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Wie bilanzieren Sie die diesjährige Versichertenbefragung?


Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Insgesamt für uns hoch erfreulich. Die Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten leisten nach wie vor Großartiges. Die Patientenzufriedenheit ist enorm hoch. Die Wartezeiten sind cum grano salis stabil geblieben. Und auch insbesondere die Zufriedenheit mit dem Arzt-Patienten-Gespräch und mit der Aufklärung durch die Ärztinnen und Ärzte ist sehr hoch, und das ist für uns erstmal sehr bemerkenswert und erfreulich.“



Gibt es auch Risiken?


Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Es gibt nach wie vor die Herausforderung, dass Wartezeiten – gefühlte oder tatsächliche – eine Herausforderung bleiben. Die sind ungefähr stabil geblieben, tendenziell vor allem im fachärztlichen Bereich leicht ansteigend. Das hat sicher was mit der Alterung der Bevölkerung, Zunahme der Morbidität zu tun, aber auch mit dem geänderten Verhalten der Ärzte, nämlich dass Ärzte natürlich so wie alle anderen auch in der Regel etwas weniger arbeiten, wir also mehr Ärzte brauchen, um die gleiche Arbeitsleistung zu bekommen und an der Stelle werden wir kontinuierlich weiterarbeiten müssen.“



Gibt es Lösungen?


Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Schon, aber der schwierigste Lösungsansatz „einfach mehr Ärzte“ ist insofern problematisch als die Ausbildung von mehr Ärzten a) nicht in unserer Hoheit steht und b) sehr lange dauert und c) erhebliche Mittel braucht, sowohl in der Ausbildung als aber nachher auch in der Arbeit, sodass eigentlich überhaupt kein Vorbeikommen daran ist, dass man Steuerungen anbieten muss für Patienten, um sich im System zurechtzufinden und möglicherweise nicht erforderliche Arzt-Patienten-Kontakte zu vermeiden. In der KBV 2020 – also in unserem gemeinsamen Positionspapier – stehen dazu Lösungsansätze drin, z. B. was die Steuerung angeht, gehen wir dort davon aus, dass der Patient sich sehr wohl über einen Hausarzt auch steuern lassen kann, koordinieren lassen kann, sich im System leiten und führen lassen kann und das wäre z. B. eine Möglichkeit, die wir anbieten bei Erhalt der freien Arztwahl – es muss also dem Bürger und der Bürgerin frei sein zu entscheiden, ob und wie sie das wahrnehmen wollen, aber das wäre ein Angebot und das wäre sicher sinnvoll. Das ist also eine der Lösungen, die wir dort anbieten.“



Wo zeigt sich Positives?


Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Also, wo wir sagen können „Weiter so!“ ist die hohe Zufriedenheit der Patienten mit ihrem Arzt, was das Vertrauen angeht. Das ist natürlich eine feste Bank und das kann man fast nicht mehr verbessern. Da wird man immer dran arbeiten, um es zu erhalten auf diesem hohen Niveau. Was man aber sicher machen kann und muss an dieser Stelle ist das Internet als Medium für den Patienten, das den Patienten mit einer überbordenden Informationsflut versorgt, die überhaupt nicht beherrschbar ist und die unter Umständen dazu führt, dass der Patient fehlinformiert wird, verängstigt wird, verunsichert wird, dass er auf Falschinformationen hereinfällt und vielleicht schlimmstenfalls mit seinem Arzt gar nicht darüber spricht, was er dort recherchiert und das haben wir z. B. festgestellt, dass das tatsächlich der Fall ist und da müssen wir sowohl den Ärzten und auch den Patienten signalisieren, dass es zumindest Voraussetzung wäre, dass man sich dazu austauscht und wenn man recherchiert hat, das dem Arzt auch anvertraut, damit der Arzt den Patient dann kritisch beraten kann.“



Was wird in diesem Feld unternommen?


Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Es gibt neben den Anstrengungen, die die KV schon immer hatte, nämlich Medien zu nutzen und über Internethomepages und Flyer Informationen auch zu verbreiten, auch bundesweit zu verbreiten, gibt es jetzt eine gemeinsame Anstrengung unter der Federführung des Bundesgesundheitsministers, Allianz der Gesundheitsberufe zu dem Thema Aufklärung und Information an die Patienten. Da wird es im nächsten Jahr sicher die ersten konkreten Schritte geben, wo wir gemeinsam verabredet haben, dort dem Bürger und der Bürgerin Informationen zur Verfügung zu stellen, die dann qualitätsgesichert ist. Ganz konkret haben wir am 13. September die Fachtagung für Gesundheitskompetenz, bei der ganz exklusiv dieses Thema nochmal in prominenter Besetzung auch den ganzen Tag hier in der KBV diskutiert wird. Moderieren wird das Herr von Hirschhausen.“

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