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Praxisbegehungen

Wenn das Gesundheitsamt kommt

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Gerhard Samosny ist Leiter des Gesundheitsamts Alzey-Worms und auf dem Weg zu einer Praxis. Heute soll die Praxis des Allgemeinmediziners Ralf Schneider überprüft werden. Eine Praxisbegehung durch das Gesundheitsamt versteht Gerhard Samosny als Teil des Qualitätsmanagements, in deren Mittelpunkt vor allem die Beratung des Praxisinhabers steht.

Deshalb will er am Anfang vor allem wissen, wie die Praxis organisiert ist und wer für was verantwortlich ist. Dr. Schneider und seine Qualitätsmanagement-Beauftragte erklären die Abläufe. Und dann geht es los.

O-Ton Dr. Schneider, Qualitätsmanagement-Beauftragte der Praxis.
„Hier ist der Hygieneplan.“

O-Ton Dr. Gerhard Samosny, Gesundheitsamt Alzey-Worms.
„Ja, der Reinigungs- und Desinfektionsplan. Der ist ja sehr ausführlich. Ja. Können Sie mir das Flächendesinfektionsmittel einmal zeigen?“

O-Ton Qualitätsmanagement-Beauftrage.
„Flächendesinfektion, das haben wir einmal hier. Den Eimer mit fertigen Tüchern.“

O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Und da steht, wie lange das haltbar ist.“

O-Ton Qualitätsmanagement-Beauftragte.
„Genau. Das haben wir angesetzt am 11.3. und es ist haltbar einen Monat immer.“

O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Bis 15.4., genau.“

Der Rundgang geht weiter ins Wartezimmer. Wie sehen Fußboden, Wände, Türen, Fenster aus? Intakt, sauber, fugendicht, wischdesinfizierbar. Dann geht’s weiter in die Behandlungsräume.

O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Was benutzen Sie zur Blutentnahme?“

O-Ton Qualitätsmanagement-Beauftragte.
„Also in dem Wagen haben wir alle Zubehörsachen zur Blutentnahme.“

O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Sind das Safety-Kanülen?“

O-Ton Qualitätsmanagement-Beauftragte.
„Das sind Safety-Kanülen, ja.“

Alles wird genau inspiziert. Seinen Augen entgeht nichts.

O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Warum iegen denn diese Tupfer hier offen auf dem Wagen?“

O-Ton Qualitätsmanagement-Beauftragte.
„Das gehört nicht da hin. Die kommen hier hin.“


O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Ja, gut. Nierenschalen aus Pappe.“

O-Ton Qualitätsmanagement-Beauftragte.
„Ja, genau.“

O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Für was sind die denn da?“

O-Ton Qualitätsmanagement-Beauftragte.
„Die sind eigentlich eher für uns, wenn wir Infusionen in einem … machen wir meistens in einem anderen Zimmer und da legen wir uns dann die Sachen rein zur Blutentnahme, dass wir nicht alles einzeln haben.“

O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Da würde ich raten, dass solche Materialien mit einer hygienischen Relevanz, dass man das so aufbewahrt, dass es nicht zustauben kann.“

O-Ton Qualitätsmanagement-Beauftragte.
„Ja.“

Es gibt zahlreiche Bestimmungen, die eingehalten werden müssen. Dazu gehören unter anderem das Infektionsschutzgesetz, das Sozialgesetzbuch, das Arzneimittelgesetz, das Medizinproduktegesetz, darüber hinaus Gefahrstoff- und Arbeitsstättenverordnung und die Hygienerichtlinien des Robert-Koch-Instituts. All diese Bestimmungen hat der Mann vom Gesundheitsamt im Blick.

O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Und was sagt dieser blaue Strich hier?“

O-Ton Qualitätsmanagement-Beauftragte.
„Dass hier der unreine Bereich ist, wo benutztes Material mal hingelegt wird. Und hier sind nur saubere Sachen, also Desinfektionsmittel und so weiter.“

O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Gut. Anzumerken habe ich: Eigentlich sollte eine klare Trennung sein zwischen Händewaschen und jetzt Lagerung von unreinen Instrumenten oder gar reinem Arbeitsplatz. Aber ich finde das schon gut, Sie haben das klar definiert. Hier ist ein unreiner Arbeitsplatz, hier ist ein reiner Arbeitsplatz.“

Gerhard Samosny will aufklären und vor allem beraten. Deshalb hat er auch immer wieder einen Tipp parat.

O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Das ist ja Sterilgut. Das sehen wir immer wieder hier, dass die in gut gemeinter Absicht hier diese Schütten überfüllt sind. Wenn Sie das jetzt hier öffnen, da ist die Gefahr, dass dieses Papier perforiert und dann ist der Inhalt nicht mehr steril. Oft sieht man das ja gar nicht. Da würde ich empfehlen, dass Sie drauf achten, das nicht so voll zu machen.“

Alles wird genau festgehalten und für den Abschlussbericht fotografiert. Zum Schluss geht es in den Personalbereich. Auch hier müssen die Vorschriften erfüllt werden.

O-Ton Dr. Ralf Schneider, Allgemeinmediziner.
„Das ist hier im Prinzip der Flur, wo der Schrank für die Umkleide steht.“


O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Das ist aber ein Schrank für alle, ne?“

O-Ton Dr. Ralf Schneider, Allgemeinmediziner.
„Wir haben wenig Möglichkeiten, hier Spinde aufzustellen, dass jeder seinen eigenen Schrank hat. Das ist von der baulichen Seite her sehr schwierig gewesen.“

Nicht immer lassen sich Vorschriften zu 100 Prozent erfüllen. Im Graubereich ist das Feingefühl des Gesundheitsamts gefragt. Gerhard Samosny weiß diesen Spielraum zu nutzen.

O-Ton Qualitätsmanagement-Beauftragte.
„Straßenkleidung ist hier in diesem Schrank. Hier hängen die Jacken und so weiter.“

O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Ich mach das hier mal auf, ja. Da fällt mir jetzt Folgendes auf: Eigentlich sollte die Straßenkleidung von der Berufskleidung getrennt sein. Das ist ja auch nicht Ihre Berufskleidung, die Sie hier so schön kleidet jetzt.“

O-Ton Qualitätsmanagement-Beauftragte.
„Nein, da haben wir jetzt auch in unseren Teamsitzungen schon ein paar Mal drüber gesprochen. Dr. Schneider hat da schon so einige Ideen, wo …“

O-Ton Dr. Gerhard Samosny .
„Gibt es da Möglichkeiten, dass Wohlbefinden und Hygiene, dass wir das unter einen Hut bringen?“

O-Ton Qualitätsmanagement-Beauftragte.
„Ja, ja.“

O-Ton Dr. Gerhard Samosny.
„Ich hab noch eine Frage. Sie tragen hier Schmuck. Wie verträgt sich das mit dem Erfordernis der Händedesinfektion?“

O-Ton Qualitätsmanagement-Beauftragte.
„Ja, also ich bin jetzt heute nur an der Anmeldung tätig gewesen, wäre ich bei einer Behandlung dabei, würde ich natürlich den Schmuck ausziehen.“

Nach zwei Stunden ist es geschafft. Mit seinen gesammelten Informationen geht es zurück ins Gesundheitsamt und dort muss Gerhard Samosny dann seinen Abschlussbericht schreiben.

06.07.2012

Wenn sich das Gesundheitsamt ankündigt, muss das nicht Angst und Schrecken in deutschen Arztpraxen hervorrufen. Das Gesundheitsamt Alzey-Worms zum Beispiel sieht sich eher als Berater der Ärzte. Einer, der die zahlreichen Bestimmungen für Vertragsärzte genauestens kennt, alles im Blick behält und vor allem entscheidende Tipps geben kann, wie es vielleicht noch besser geht.


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