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Grippeschutzimpfung

Sich selbst und andere vor Influenza schützen

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Grippeschutzimpfung ist noch immer ein umstrittenes Thema, denn häufig wissen viele nicht, wie gefährlich das Grippevirus sein kann.
Die Bezeichnung Grippe kann dabei leicht irreführend sein:

O-Ton Prof. Dr. Regine Heilbronn, Direktorin des Instituts für Virologie der Charité in Berlin:
„Alles Schniefen, Husten, ein bisschen Fieber läuft unter dem Massenbegriff Grippe. Man muss aber einen einfachen grippalen Infekt, den wir alle mehrfach im Winter häufig haben, unterscheiden von der echten Grippe, die durch Influenza-Virus – so heißt das Virus mit echtem Namen – ausgelöst wird und die echte Grippe ist eben eine schwere Allgemeininfektion.“

Und sie kann jeden treffen. Doch noch immer lassen sich zu wenige Menschen gegen Influenza impfen.
Ein Beispiel: Die EU hat 2015 die Impfquote für über 60-Jährige bei 75 % festgesetzt. Deutschland schaffte noch nicht einmal die Hälfte davon.
Doch nicht nur ältere Menschen gehören zu den sogenannten Risikogruppen, welchen eine Impfung empfohlen wird, auch…

O-Ton Stephan Bernhardt, Facharzt für Allgemeinmedizin mit Praxis in Berlin:
„Alle Menschen mit chronischen Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Herzerkrankungen, Asthma und natürlich auch alle Schwangeren ab dem zweiten Trimens (Schwangerschaftsdrittel). Bei bestimmten Schwangeren sogar auch ab dem ersten Trimens, das muss dann einfach nochmal individuell geklärt werden. Natürlich auch alle Menschen mit starkem Publikumsverkehr, die auch die Krankheit weiter übertragen können oder ein hohes Risiko haben sich anzustecken.“

Das gilt auch für alle in der Praxis. Sie sollten die Patienten nicht nur an Impfungen erinnern, sondern sich auch selbst impfen lassen. So schützen sie sich und die Patienten.

O-Ton Prof. Dr. Regine Heilbronn, Direktorin des Instituts für Virologie der Charité in Berlin:
„Im Herbst, im Winter kommen massenweise Patienten mit grippalen Infekten, mit Atemwegsinfekten, die übertragen alles Mögliche. Es sind viele Patienten dort, die andere schwere Grundkrankheiten haben und wenn ein Grippekranker dazu kommt, verbreitet sich das rasend in der Praxis.“

Für Risikogruppen ist die Impfung sogar kostenlos. Die Krankenkassen müssen dafür zusätzliches Geld bereitstellen.
Informieren kann man sich bei seinem Arzt; auch über mögliche Nebenwirkungen.

O-Ton Prof. Dr. Regine Heilbronn, Direktorin des Instituts für Virologie der Charité in Berlin:
„Jede Impfung hat gewisse Nebenwirkungen, man gibt einen Impfstoff, der einige wenige der Reaktionen auslöst, die auch die echte Impfung auslöst, die sind aber immer limitiert. Die sind zeitlich limitiert. Die Beschwerden klingen relativ schnell ab und krank wird man garantiert nicht. Insofern gibt es eigentlich keinen wirklich wichtigen Grund, warum man sich nicht impfen lassen sollte. Impfschäden durch die Grippeimpfung sind nicht bekannt.“

Wichtig ist nur, sich jedes Jahr neu impfen zu lassen.

O-Ton Prof. Dr. Regine Heilbronn, Direktorin des Instituts für Virologie der Charité in Berlin:
„Jedes Jahr wird beobachtet, welche Grippevirusvarianten in der Bevölkerung kursieren. Nicht nur in Deutschland – europaweit, weltweit. Und dann legen Experten fest, welche die häufigsten Virusvarianten sind, und diese werden dann benutzt, damit die Impfstoffhersteller daraus dann den Impfstoff herstellen können.“

Die beste Zeit zum Impfen ist im Herbst – rechtzeitig vor der ersten Grippewelle, zum Jahresende.

O-Ton Stephan Bernhardt, Facharzt für Allgemeinmedizin mit Praxis in Berlin:
„Da die Grippewelle meist so Ende Dezember, Anfang Januar-Februar kommt. Dann ist man mit der Impfung noch dicht dran, ist aber noch vor der Zeit, wo die grippalen Symptome, also die normalen Schnupfenerkrankungen, die normalen Hustenerkrankungen, kommen, und da sollte man natürlich nicht unbedingt impfen. Sondern man sollte sich schon gesund fühlen, wenn man impft. Und da ist dann meist so Ende September, Anfang Oktober daher ein guter Zeitpunkt.“

O-Ton Prof. Dr. Regine Heilbronn, Direktorin des Instituts für Virologie der Charité in Berlin:
„Es ist sehr sinnvoll, sich impfen zu lassen, um zumindest eine schwere Krankheit, die viele Wochen gehen kann, zu verhindern, selbst wenn es nicht zum Äußersten kommt.“

Der Schutz vor Grippe ist also eine wichtige Vorsorge. Für sich selbst und andere.

21.09.2017

Vorbeugen ist besser als Heilen. Das weiß niemand so gut, wie Ärzte. Und doch lassen sich zu wenige zum Beispiel gegen Influenza impfen. Dabei schützen sie mit einer einzigen Injektion nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Familie, Mitarbeiter und Patienten. Und: Wer selbst vorsorgt, kann auch seine Patienten besser vom Sinn der Vorsorge überzeugen.


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