Sie sind hier: Vermischtes  »  50 Jahre Medizinische Fachangestellte

50 Jahre Medizinische Fachangestellte

Die gute Seele der Praxis

Bewertung: 2.5

<video width="600" height="338" controls="controls" poster="http://www.kv-on.de/images/flv_startbilder/sc_mfa_600_080313.jpg"> <source src="http://www.kv-on.de/media/video/bme_mfa_080313.ogg" type="video/ogg"></source> <source src="http://www.kv-on.de/media/video/bme_mfa_080313.mp4" type="video/mp4"></source></video>

O-Ton Maike Schmitt: "Mein Name ist Maike Schmitt, ich bin 55 Jahre und mein Beruf ist MFA – medizinische Fachangestellte. Ich hatte gelernt 1976 bis 1978 bei einem Kinderarzt hier in Mainz, danach bin ich dann gewechselt zu einem Internisten und bin jetzt seit 19 Jahren in einer großen gynäkologischen Praxis tätig."
Maike Schmitt zu Patientin: "Achtung kalt, nicht erschrecken." …
O-Ton Maike Schmitt: "Viele hab ich quasi als Babys schon im Bauch erlebt sozusagen, ja und heute kommen Sie jetzt als 17-, 18-Jährige das erste Mal zum Frauenarzt und da denk ich immer "ach, guck mal, so lange bist du schon da, die kennst du schon". Es ist einfach schön, du hast also eine ganz nette Verbindung zu den Patienten."
Maike Schmitt am Telefon: "Ich gucke grad mal, wie's aussieht, Frau Wolf, Augenblick" …
O-Ton Maike Schmitt: "Wir fangen hier sehr früh an, um 7 Uhr bereits schon und die ersten 20 Minuten sind dafür gerichtet, dass du alle Zimmer aufmachst, Computer hochfährst, auffüllst, alles richtest, Licht anmachst und so das Allgemeine halt eben. Ja, und dann läuft die Sprechstunde an, dann musst du das alles vorbereiten, musst den Patient abfragen, wegen was er kommt – ob er jetzt zu einer Krebsvorsorge kommt oder Schwangerschaftsvorsorge – musst Laborsachen vorbereiten, musst Blut abnehmen, musst die Patienten reinbitten, musst dann im Ultraschall alles eingeben, die Objektträger beschriften. Du musst dann, wenn der Patient rauskommt, die gewünschten Überweisungen und Rezepte verordnen, vielleicht auch gleich neue Termine ausmachen, dann möchte der Chef noch was und dann rennst du dann wieder rein – also du bist immer in Action!"
Maike Schmitt zu Patientin: "Wenn Sie von uns nichts hören, ist alles in Ordnung. Ok, Tschüss!"
O-Ton Maike Schmitt: "Der Verwaltungsaufwand, würde ich sagen, ist doppelt so hoch geworden wie früher, ja, weil etwa ein Drittel meiner Arbeitszeit verbringe ich quasi im Büro, im Hintergrund, um diese Dinge alle zu erledigen, die da gefordert werden. Das ist viel, viel höher als früher. Und natürlich auch die Ansprüche der Patienten sind auch höher geworden und dem musst du ja auch gerecht werden."
Maike Schmitt zu Patientin beim Blut abnehmen: "Sonst geht's Ihnen gut, ja?"
Patientin: "Dankeschön, ja."
Maike Schmitt zu Patientin beim Blut abnehmen: "Prima, haben Sie's jetzt überstanden, die Untersuchung?"
O-Ton Maike Schmitt: "Wir arbeiten mit ganz vielen Labors zusammen, das musst du alles wissen. Der Arzt kommt raus und sagt "Mach mal eben, ruf mal da und da eben an", also du arbeitest viel selbständiger als früher, natürlich."
Maike Schmitt zu Kolleginnen: "Ach, und da hat er mir ja auch hinten was geschickt per E-Mail, für Termine einzutragen."
O-Ton Maike Schmitt: "Mittlerweile sagen Patienten äußerst selten, höchstens noch die ganz alten, die "Sprechstundenhilfe". Also das hörst du ja, das war wirklich nur so von den Omas, ja. Und ich glaube die wenigsten wissen, was eine MFA ist. Also Arzthelferin, das ist noch so im Sprachgebrauch drin."
Maike Schmitt zu Patientin: "So, dann nehmen Sie grad hier Platz."
O-Ton Maike Schmitt: "Ich freu mich eigentlich jeden Tag, ich mache meinen Beruf ja sehr gerne muss ich sagen. Ich brauche viel Ausgleichssport, d. h. ich ziehe mich um und nehme mal meine Nordic Walking-Stöcke und laufe dann erst mal eineinhalb Stunden das brauche ich einfach."

08.03.2013

Sprechstundenhilfe, Schwester oder Arzthelferin: Formal heißen sie Medizinische Fachangstellte. Und das seit 50 Jahren. Sie sind die gute Seele einer jeden Praxis; genießen im Idealfall das Vertrauen des Arztes und der Patienten gleichermaßen. Das war so und das bleibt so. Dabei hat sich der Beruf in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. MFA Maike Schmitt aus einer gynäkologischen Praxis in Mainz blickt zurück auf mehr als dreißig Berufsjahre.