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Thema der Woche: HIV-infizierte Kinder in der ambulanten Versorgung
Dr. Mechthild Vocks-Hauck, Kinder- und Jugendärztin
Mehr als 15 Jahre ist es her: Da ließ sich Mechthild Vocks-Hauck in Berlin nieder. Schon in der Klinik hatte sie HIV-positive Kinder betreut und das wollte sie nun in ihrer eigenen Praxis fortführen.
O-Ton Dr. Mechthild Vocks-Hauck, Kinder- und Jugendärztin:
Man muss auch einen gewissen Mut haben, so einen Schritt zu tun. Denn der erste Punkt war auch, dass alle Menschen mich gefragt haben: Ist das nicht ein bisschen riskant in einer normalen Kinderarztpraxis HIV-positive Kinder zu behandeln? Dazu kann ich sagen, dass meine nicht HIV-infizierten Patienten das auch mit Interesse wahrnehmen und dass sie auch so gut aufgeklärt sind, dass es nicht zu einer Infektion in der Praxis kommen kann. Letztliche braucht man für alles einen gewissen Mut. Der Vorteil für die HIV-Patienten ist, dass sie in einer normalen hausärztlichen Praxis behandelt werden können. Das ist auch mein Interesse gewesen, das zu integrieren.
Denn auch mit HIV sollen sich ihre Patienten wie ganz normale Kinder fühlen können.
O-Ton Dr. Mechthild Vocks-Hauck, Kinder- und Jugendärztin:
Sie haben aber als HIV-positive Kinder auch immer eine HIV-positive Familie, so-dass die gesamten psychosozialen Probleme auch immer sehr komplex sind.
Trotzdem: eine ganz normale Kinder- und Jugendpraxis.
O-Ton Dr. Mechthild Vocks-Hauck, Kinder- und Jugendärztin:
Wir benutzen wie alle anderen Praxen auch Sicherheitsnadeln und haben bestimmte Systeme. Wir haben uns natürlich vorbereitet auf eine Postexpositionsprophylaxe, wenn man eine Nadelstichverletzung hat. Das ist vielleicht in dieser Kinderarztpraxis präsent, im Vergleich zu anderen Kinderarztpraxen, in denen man vielleicht nicht damit rechnet. Aber wir haben das bisher zum Glück noch nicht gebraucht.
Und inzwischen sind auch die Praxisabläufe einfacher.
O-Ton Dr. Mechthild Vocks-Hauck, Kinder- und Jugendärztin:
Wir hatten in den ersten Jahren, als die Kinder noch sehr stark erkrankt waren und es wenig Medikamente gab, noch diese Immunglobulin-Infusion, die wir an bestimmten Tagen gemacht haben und wo auch die Kinder längere Zeit hier sein mussten. Aber da wir heute fast alle Medikamente oral verabreichen können, also als Säfte, und wir keine Infusionen oder viel weniger brauchen, können wir das im Grunde genommen nach Terminvorstellungen der Eltern nachmittags machen, nach der Schule, je nachdem wie alt das Kind ist und letztlich auch in der normalen Sprechstunde.
In Deutschland werden in jedem Jahr durchschnittlich zwanzig Kinder mit HIV infiziert.
O-Ton Dr. Mechthild Vocks-Hauck, Kinder- und Jugendärztin:
Das, was bei Kindern noch das Besondere wäre ist, dass sie viel weniger zugelas-sene Medikamente haben, als Erwachsene. Weil Kinder-Studien in dem Ausmaß nicht gemacht werden. Es gibt ja in den Erstweltländern nicht so viele HIV-Positive Kinder. Und dadurch, dass wir in der Schwangerschaft heute behandeln, haben wir letztlich unser Hauptaugenmerk auf die Prävention. Dass die Frauen die HIV-Infektion erkennen und dadurch auch die Behandlung stattfindet, so dass das Kind nicht infiziert wird. Das Hauptinteresse auch von Pädiatern ist die Prävention durch die HIV-Testung bei Frauen, möglichst vor der Schwangerschaft.
Es gibt schon Kinder, die letztlich viel zu spät diagnostiziert werden, weil sie schon durch Erkrankung auffallen. Das sollte eher nicht sein.
01.12.2011
Erst wenige Wochen auf der Welt und schon infiziert? Die Kinder- und Jugendärztin Dr. Mechthild Vocks-Hauck behandelt in ihrer Berliner Praxis HIV-positive Kinder.
Sie kennt die Schwierigkeiten in der hausärztlichen Versorgung dieser Patienten. Für Vocks-Hauck und deren Mitarbeiterinnen ist die Situation hin und wieder eine Herausforderung. Trotzdem ist der Praxisalltag eigentlich nicht anders, als in jeder anderen Pädiatrie.
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Diese sind Voraussetzungen dafür, dass niedergelassene Kinder- und Jugendärzte die Behandlung von HIV-infizierten Kindern abrechnen können.