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Förderprämie

Bares für Landärzte in Rheinland-Pfalz

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Länge: 3:42 min  |  KBV

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Förderprämie in Rheinland-Pfalz

13.12.2011

Auf dem Land werden die Ärzte knapp. Kaum ein junger Mediziner lässt sich dort noch nieder. Die Gründe dafür sind vielfältig. In einigen Regionen spitzt sich die Lage zu – zum Beispiel im Westerwald, der Eifel und dem Donnersbergkreis.

O-Ton Torsten Erb, Sicherstellung KV Rheinland-Pfalz:
„Wir haben derzeit in Rheinland-Pfalz die Situation, dass nur noch einfünftel der Ärzte unter 45 Jahre alt sind. Während in manchen Planungsbereichen, Landkreisen sogar über eindrittel der Ärzte schon über 60 Jahre als sind. Das heißt, die Zahl der Ärzte, die künftig aus dem System ausscheiden werden, wird größer. Das heißt wir stehen direkt vor einer Welle, Niederlassungswillige zu suchen, um Nachfolgemöglichkeiten zu eröffnen.“

Wenn die Ärzte nicht aufs Land wollen, vielleicht lassen sie sich locken? Die Landesregierung fördert deshalb die Niederlassungsbereitschaft von Medizinern auf dem Land mit Geld – maximal 15.000 Euro pro Praxis.

O-Ton Christine Morgenstern, Abteilungsleiterin Gesundheit beim Gesundheitsministerium RLP:
„Unser Förderprogramm ist für Ärztinnen und Ärzte, die sich als Hausarzt in einem förderfähigen Gebiet niederlassen möchten – in einem Gebiet also, in dem in Zukunft die hausärztliche Versorgung gefährdet ist. Entweder selbst niederlassen oder eine Zweigpraxis errichten oder einen Hausarzt oder Hausärztin anstellen möchten. Dies gilt aber nicht nur für Ärztinnen und Ärzte, sondern auch für Medizinische Versorgungszentren.“

Insgesamt 400.000 Euro stehen bereit. Das reicht für 26 Praxen. Da sich eine vollwertige Praxis in dünnbesiedelten Räumen nicht immer trägt, wird besonders die Einrichtung von Zweigpraxen gefördert.

Der Niederlassungsberatung der KV Rheinland-Pfalz sind jedoch nur eine handvoll Praxen bekannt, die überhaupt nach den Förderkriterien in Frage kommen.

O-Ton Torsten Erb, Abteilungsleiter Sicherstellung der KV RLP:
„Problematisch erachte ich bei der Einordnung der Gebiete, dass dezidiert die Ortschaften genannt sind, ohne auf ihre Versorgungsrealität hinzuweisen. Wir haben nur Orte, die benannt werden – und teilweise auch uninteressante Orte – für eine Niederlassungsmöglichkeit.“

Das Förderprogramm existiert erst ein knappes halbes Jahr. Im Ministerium wird man es zu gegebener Zeit überprüfen – noch hält man aber an den strengen Richtlinien fest.

O-Ton Christine Morgenstern, Abteilungsleiterin Gesundheit beim Gesundheitsministerium Rheinland-Pfalz:
„Ich glaube nicht, dass es am Programm selbst liegt, weil die Erfahrungen, zum Beispiel aus Nordrhein Westfalen zeigen, dass solche Programme sehr gut abgerufen werden. 15.000 EUR – das ist die Fördersumme – ist ja auch eine Stange Geld, wenn es zum Beispiel um die Errichtung einer Zweigpraxis geht – das haben wir auch hauptsächlich im Fokus – gerade in unterbesiedelten Gebieten.“

Allgemeinmedizin liegt nicht im Trend – vor allem nicht bei den jungen Medizinern.
Geld kann ein wichtiger Anreiz sein, aber es ist nicht der entscheidende Faktor.

O-Ton Dr. Peter Heinz, stellv. Vorstand der KV RLP:
„Unsere jungen Kollegen, die sich zu einer Niederlassung entschließen, haben inzwischen auch rechnen gelernt. Und entscheidend ist natürlich, dass man einen laufenden Betrieb in der Praxis aufrecht erhalten kann. Es ist sicherlich auch sehr gut, wenn man die Niederlassung mit einer Summe Geld unterstützt. Die Abrufkriterien sind natürlich nicht so ganz einfach. Andererseits ist es für den jungen Kollegen oder die junge Kollegin schon entscheidend, was an laufenden Einnahmen und laufenden Ausgaben da ist. Und da sind die gebotenen Mittel natürlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wir müssten dazu hinkommen, dass die Wertschätzung der ärztlichen Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes wieder etwas angehoben wird, damit die Rechnung aufgeht.“



 

13.12.2011

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