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Ausländische Kollegen

Thema der Woche: Mittendrin statt außen vor – als Arzt in Deutschland arbeiten

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Thema der Woche: Ausländische Kollegen

10.02.2012

Dr. Gisela Albrecht, Ehrenamtliche Geschäftsführerin der Kaiserin-Friedrich-Stiftung

Viele kommen als Stipendiaten hierher – und bleiben nur ein paar Wochen oder Monate. Andere aber wollen hier ihren Facharzt machen, nachdem sie in ihrem Heimatland die Approbation erlangt haben.

O-Ton Dr. Gisela Albrecht, Ehrenamtliche Geschäftsführerin der Stiftung:
"Und hier haben wir festgestellt, dass eine Willkommenskultur in unserem Land sehr mager strukturiert ist, wenn ich das mal so vorsichtig sagen darf. Und dass die große Gefahr ist, dass man sie in den Abteilungen als so etwas betrachtet, was so die Hilfsarbeit zwischen Schwestern und Ärzten erledigen kann. Und das ist natürlich nicht der Sinn der Sache, sondern sie müssen wie ein deutscher Weiterbildungsassistent alle die Inhalte erfüllen, die die Weiterbildungsordnung vorschreibt."

Das heißt: Will der ausländische Arzt Herzchirurg werden, muss er hierzulande auch selbständig Herz-Operationen durchführen.

O-Ton Dr. Gisela Albrecht, Ehrenamtliche Geschäftsführerin der Stiftung:
"Und da muss ich immer erst mal in der Abteilung fragen, schafft sie es, kann sie es vom Aufwand her überhaupt leisten – nehmen wir mal an, jemanden aus Angola oder China – so weit zu bringen, dass er auch das Vertrauen des deutschen Patienten bekommt um eine Herzoperation durchzuführen?"

Dies ist die fachliche Seite. Die Stiftung kümmert sich aber auch menschlich; denn die Mediziner kommen aus sehr unterschiedlichen Regionen – unter sehr unterschiedlichen Bedingungen:

O-Ton Dr. Gisela Albrecht, Ehrenamtliche Geschäftsführerin der Stiftung:
"Ein Saudi-Araber wird ein sehr großzügiges Stipendium haben. Manche fahren ja auch mit dem eigenen Auto durch die Gegend. Aber jemand, der aus Zentralafrika kommt, der kriegt nur ein Stipendium von 300, 400 Euro und muss sich gegebenenfalls durchhungern. Da bestehen also auch ganz große Unterschiede und da muss dafür gesorgt werden, dass da ein gewisser Ausgleich ist."


Neben dieser Betreuung bietet die Kaiserin Friedrich-Stiftung auch Fortbildungen an – etwa einen Crashkurs „Deutsches Gesundheitswesen“.

O-Ton Dr. Gisela Albrecht, Ehrenamtliche Geschäftsführerin der Stiftung:
"Ich bin überzeugt, dass unser Gesundheitssystem trotz aller Kritik eines der besten auf dieser Welt ist, aber es ist eben sehr komplex und hat sehr viele unterschiedliche Einrichtungen. Was ist zum Beispiel eine Ärztekammer? Was ist eine Kassenärztliche Vereinigung? Was ist Ländersache? Was ist Bundessache? Das ist ja alles sehr kompliziert. Was ist eine Kur? Was ist eine Rehabilitation und so weiter. Und da diese Kollegen, die sich ja entschlossen haben, hier ihre Weiterbildung zu machen, mit den Formularen und den unterschiedlichen Anforderungen auf der Station konfrontiert werden, ist es sinnvoll, dass man das bündelt und eine solche Fortbildung eben anbietet."





 

10.02.2012

Medizinisches Fachvokabular, fremde Kultur und anderes Essen – das sind nur einige Probleme, die ausländische Ärzte in Deutschland meistern müssen.

25.316 ausländische Ärzte waren laut Bundesärztekammer im Jahr 2010 in Deutschland gemeldet. Nicht alle haben einen guten Start am neuen Arbeitsplatz, weiß Dr. Gisela Albrecht, Geschäftsführerin der Kaiserin Friedrich-Stiftung, die Mediziner aus dem Ausland betreut.


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Kaiserin Friedrich-Stiftung

Die Kaiserin Friedrich-Stiftung bietet unabhängige Forbildungen für Ärzte an; beispielsweise Wiedereinstiegskurse nach Elternzeit oder Entwicklungshilfe.

Sie kümmert sich aber auch um ausländische Kollegen, die für eine gewisse Zeit in Deutschland arbeiten.

Zusammen mit dem deutschen Herzzentrum Berlin betreut sie Ärzte aus der ganzen Welt bei ihrer Hospitation, Fort- und Weiterbildung oder Gastwissenschaft in Berlin.

 

Infos zur Stiftung